Gestalttherapie: Bei welchen Anliegen kann sie hilfreich sein?

Menschen beginnen eine Gestalttherapie aus unterschiedlichen Gründen. Manche befinden sich in einer akuten Krise oder erleben eine Phase, in der bisherige Möglichkeiten, mit Belastungen umzugehen, nicht mehr ausreichen. Andere beschäftigen bestimmte Schwierigkeiten schon länger.

Anlässe können Ängste, depressive Verstimmungen, Stress und Überforderung, Trauer und Verlust, Konflikte in Beziehungen oder Schwierigkeiten im Umgang mit eigenen Gefühlen sein. Auch wiederkehrende Situationen und Verhaltensweisen, die als belastend erlebt werden, können Anlass sein, sich Unterstützung zu suchen.

Sie müssen Ihr Anliegen zu Beginn nicht bereits genau benennen oder erklären können. Im gemeinsamen Gespräch kann sich entwickeln, was für Sie wichtig ist und woran Sie arbeiten möchten.

Was ist Gestalttherapie?

Gestalttherapie ist ein humanistisches Psychotherapieverfahren, bei dem die persönliche Erfahrung und das gegenwärtige Erleben im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit Ihrer Gestalttherapeutin schauen Sie darauf, wie Sie sich selbst, andere Menschen und Ihre aktuelle Lebenssituation erleben.

Dabei geht es nicht nur darum, über Probleme zu sprechen und nach Erklärungen zu suchen. Gedanken, Gefühle, körperliche Wahrnehmungen und das, was im Gespräch zwischen Ihnen und Ihrer Gestalttherapeut*in entsteht, können Teil der gemeinsamen Arbeit werden.

Gestalttherapie unterstützt Sie dabei, die eigene Wahrnehmung zu differenzieren, wiederkehrende Verhaltens- und Beziehungsmuster besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen zu entdecken.

Wie arbeitet Gestalttherapie?

In der Gestalttherapie steht das Gespräch zwischen Ihnen und Ihrer Gestalttherapeut*in im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur darum, über eine schwierige Situation zu berichten. Gemeinsam können Sie genauer untersuchen, was Sie erleben und wie Sie mit sich selbst und anderen in Kontakt sind.

Ihre Gestalttherapeut*in kann Sie beispielsweise auf eine Wahrnehmung aufmerksam machen, nach einem Gefühl oder einer körperlichen Empfindung fragen oder gemeinsam mit Ihnen eine konkrete Situation genauer betrachten. Auch das, was sich im Gespräch zwischen Ihnen beiden entwickelt, kann zum Gegenstand der gemeinsamen Arbeit werden.

Neben dem Gespräch können Übungen und kreative Methoden eingesetzt werden. Entscheidend ist dabei nicht eine bestimmte Methode, sondern was für Ihr Anliegen und den jeweiligen Moment hilfreich ist.

Wie läuft das erste Gespräch ab?

Im ersten Gespräch lernen Sie Ihre Gestalttherapeut*in kennen und können erzählen, was Sie beschäftigt und weshalb Sie Unterstützung suchen. Sie müssen Ihr Anliegen dabei noch nicht genau formulieren können.

Gemeinsam besprechen Sie, was Sie sich von den Gesprächen wünschen und ob eine weitere Zusammenarbeit für Sie passend erscheint. Auch Fragen zum Ablauf und zu den Rahmenbedingungen können im ersten Gespräch geklärt werden.

Das erste Gespräch bietet Ihnen zugleich die Möglichkeit herauszufinden, ob Sie sich eine weitere Zusammenarbeit mit Ihrer Gestalttherapeut*in vorstellen können.

Rahmenbedingungen der Gestalttherapie

Eine Sitzung dauert 60 Minuten. Im Rahmen der HIGW-Ambulanz können Sie zunächst bis zu zehn vergünstigte Sitzungen in Anspruch nehmen.

Gespräche in Präsenz kosten 45 Euro pro Sitzung, Online-Gespräche 35 Euro. Die HIGW-Ambulanz ist ein Selbstzahlerangebot; die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.