Wann kann Unterstützung für Kinder und Jugendliche hilfreich sein?

Kinder und Jugendliche können im Laufe ihrer Entwicklung in Situationen geraten, in denen sie oder ihre Familie Unterstützung benötigen. Manchmal sind es Veränderungen oder belastende Ereignisse, manchmal Schwierigkeiten, die über längere Zeit bestehen oder zunehmend den Alltag bestimmen.

Anlässe können Ängste, starke Stimmungsschwankungen, Rückzug, Konflikte in der Familie oder mit Gleichaltrigen, Schwierigkeiten in der Schule, Trennung der Eltern, Verlusterfahrungen oder andere belastende Lebenssituationen sein.

Auch Eltern können sich an die HIGW-Ambulanz wenden, wenn sie sich Sorgen um ihr Kind machen und zunächst klären möchten, welche Unterstützung sinnvoll sein könnte.

Wie arbeiten wir mit Kindern und Jugendlichen?

Kinder und Jugendliche bringen ihre Themen auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Nicht immer können oder möchten sie in Worten beschreiben, was sie beschäftigt. Deshalb richtet sich die Begleitung nach dem Alter, der Entwicklung und den individuellen Möglichkeiten des Kindes oder der Jugendlichen.

Neben dem Gespräch können beispielsweise Spiel, kreative Medien, Bewegung oder andere Ausdrucksformen Teil der gemeinsamen Arbeit sein. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen, eigene Erfahrungen auszudrücken und sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie beschäftigt.

Bei Jugendlichen nimmt das Gespräch häufig einen größeren Raum ein. Auch hier orientiert sich die Gestaltung der Sitzungen daran, was die Jugendliche mitbringt und welche Form der Zusammenarbeit für sie passend ist.

Die Beziehung zur Beraterin oder Gestalttherapeutin bildet dabei die Grundlage der gemeinsamen Arbeit.

Welche Rolle spielen Sie als Eltern?

Bei der Begleitung von Kindern und Jugendlichen werden die Eltern oder Sorgeberechtigten in die Zusammenarbeit einbezogen. Neben den Gesprächen mit dem Kind oder der Jugendlichen finden deshalb in regelmäßigen Abständen Elterngespräche statt.

Dabei geht es darum, die Entwicklung gemeinsam zu betrachten, Beobachtungen aus dem Alltag einzubeziehen und zu besprechen, wie Eltern ihr Kind unterstützen können. Auch Beziehungen und Dynamiken innerhalb der Familie können dabei eine Rolle spielen.

Gleichzeitig brauchen Kinder und Jugendliche einen geschützten Raum, in dem sie sich ihrer Therapeut*in anvertrauen können. Wie Informationen zwischen den Gesprächen mit dem Kind und den Elterngesprächen weitergegeben werden, wird deshalb gemeinsam und altersangemessen besprochen.

Wie läuft das erste Gespräch ab?

Wie das erste Gespräch gestaltet wird, hängt vom Alter des Kindes oder der Jugendlichen und vom jeweiligen Anliegen ab. Je nach Situation kann das erste Gespräch gemeinsam mit den Eltern oder Sorgeberechtigten stattfinden oder zunächst mit dem Kind oder der Jugendlichen.

Im ersten Gespräch geht es zunächst darum, sich kennenzulernen und einen Zugang zueinander zu finden. Gerade bei jüngeren Kindern muss das nicht vor allem über ein Gespräch geschehen. Es kann zunächst gemeinsam gespielt, gemalt oder etwas anderes getan werden. Auf diese Weise kann sich eine gemeinsame Dialogebene entwickeln, auf der das Kind zeigen und ausdrücken kann, was es beschäftigt.

Gemeinsam wird besprochen, welche Unterstützung sinnvoll sein könnte und wie die weiteren Treffen gestaltet werden. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern oder Sorgeberechtigten und der Umgang mit vertraulichen Informationen werden zu Beginn geklärt.

Kosten und Rahmenbedingungen

Eine Sitzung dauert 60 Minuten. Im Rahmen der HIGW-Ambulanz können zunächst bis zu zehn vergünstigte Sitzungen in Anspruch genommen werden.

Gespräche in Präsenz kosten 45 Euro pro Sitzung, Online-Gespräche 35 Euro. Die HIGW-Ambulanz ist ein Selbstzahlerangebot; die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.